Publication Zusammenhang zwischen autonomem Gleichgewicht und der Dauer von Telefongesprächen bei gesunden Menschen

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Source via PubMed

Gangwar, V., Gupta, S., Verma, M. et al.

Das autonome Gleichgewicht beinhaltet komplexe Wechselwirkungen zwischen verschiedenen physiologischen Mechanismen (d. h. in einer sogenannten „normalen“ Situation ohne Krankheit), die mit dem autonomen Nervensystem in Verbindung stehen und dazu beitragen, den Herzschlag und Blutdruck innerhalb normaler Grenzen zu halten. In dieser Studie untersuchten die Forscher den Zusammenhang zwischen dem autonomen Gleichgewicht und der Dauer von Telefongesprächen.

An der Studie nahmen 30 gesunde Menschen zwischen 18 und 30 Jahren teil, die seit mehr als 5 Jahren und mehr als 30 Minuten am Tag ein Mobiltelefon benutzten. Die Forscher haben die Herzfrequenzvariabilität (heart rate variability oder HRV, die sich kontinuierlich ändernde Zeitdauer zwischen aufeinanderfolgenden Schlägen) gemessen, womit die Wirkung des autonomen Nervensystems beurteilt werden kann. Dieses System wird durch sympathische (verbunden mit der Aktivierung des Nervensystems, wie einen erhöhten Herzschlag oder eine beschleunigte Atmung) und parasympathische (verbunden mit der Entspannung des Nervensystems) Funktionen ausgeglichen. Sie haben auch den Blutdruck gemessen. Es wurden drei Messphasen durchgeführt: im Ruhezustand ohne Mobiltelefon, bei Telefongesprächen mit dem Telefon in der Nähe des Ohres und nach den Anrufen ohne Telefon.

Die Ergebnisse zeigten einen statistisch signifikanten Unterschied für einen einzelnen Parameter, der während der HRV-Messung aufgezeichnet wurde, indem die 3 Testphasen (vor, während und nach Telefongesprächen) verglichen werden. Dieser Parameter, pRR50, ist das im Elektrokardiogramm, das die elektrische Aktivität des Herzens registriert (siehe untenstehende Abbildung), sichtbare R-R-Intervall, das Herzschlägen entspricht, die mindestens 50 ms variieren. Beim Vergleich der Werte vor und nach Telefongesprächen wurde kein signifikanter Unterschied des Blutdrucks beobachtet. Die Autoren fanden für keinen gemessenen Parameter einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Frauen und Männern.


Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Studie große methodische Probleme hat. In die Studie wurde nämlich keine Kontrollsituation ohne Exposition aufgenommen. Außerdem wird in der Beschreibung der Umstände des Versuchs nicht angegeben, ob die Versuche doppelblind durchgeführt wurden. Der Artikel erwähnt nur, dass der Forscher das Mobiltelefon, das der Teilnehmer am Ohr hält, anruft. Das bedeutet, dass zumindest der Forscher wusste, ob der Teilnehmer während des Versuchs exponiert wurde oder nicht. Der Freiwillige wurde möglicherweise über die Exposition informiert, weil er das Telefon während des Anrufs nahe am Ohr halten musste, aber wir haben keine klaren Informationen darüber. Dies könnte zu einem Unterschied in der HRV führen, z. B. aufgrund einer bestimmten Angst in Bezug auf die Expositionssituation. Schließlich wurden keine Messungen zur Beurteilung der tatsächlichen Exposition der Teilnehmer durchgeführt. Die Expositionsdaten allein, mit einem Mobiltelefon in der Nähe des Ohres im Anrufmodus, reichen zur Gewährleistung der Exposition, die von Test zu Test variieren kann, nicht aus.

Daher können auf der Grundlage dieser Studie keine Schlussfolgerungen über die Frage ob Telefongespräche mit Veränderungen der Herzschlag- und Blutdruckvariabilität assoziiert werden können oder nicht, gezogen werden.