Publication Übersicht der bestehenden Literatur und Beweismittel in Bezug zur Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Genotoxizität: Bewertung von In-vivo-, in vitro- und epidemiologischen Daten

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Publication - Santé

Weller SG, McCredden JE, Leach V, Chu C, Lam AK.

In dieser Studie haben die Forscher die bestehende Literatur über die möglichen genotoxischen Auswirkungen der Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) gebündelt. Sie haben mit anderen Worten studiert, ob HF-EMF toxische Auswirkungen auf die Gene (kleine Strukturen, die das genetische Material, die DNA, die die Entwicklung und Wirkung des Organismus ermöglicht, enthalten) haben können. Dabei berücksichtigten sie sowohl experimentelle Studien in vivo (an Versuchstieren), in vitro (an Zellen in Labors) als epidemiologische Studien (an Menschen).

Bei ihrer Analyse folgten die Forscher den PRISMA-Leitlinien („Preferred Reporting Items for Systematic reviews and Meta-Analyses“, empfohlenen Bewertungskriterien für Übersichtsarbeiten und Metaanalysen), die eine Referenz für Literaturbewertungen sind. Anhand Einschluss- und Ausschlusskriterien durchsuchten sie für die Auswahl von für ihre Übersicht relevanten Artikeln unterschiedliche Datenbanken. Nach der Auswahl der Artikel teilten die Forscher die Ergebnisse nach Art der Studie, Exposition und anderen Kriterien ein, unter mehr mithilfe Tabellen und Grafiken. Die Qualität der ausgewählten Artikel bewerteten sie auf der Grundlage von spezifischen Studienkriterien, wie der Dosimetrie (Menge von einem lebenden Organismus absorbierter HF-EMF, ausgedrückt in spezifischer Absorptionsrate oder SAR) und auf der Frage, ob die Studie blind durchgeführt wurde (wann Forscher und/oder Teilnehmer die etwaige HF-EMF-Exposition nicht kennen, damit jeglicher Einfluss auf die Ergebnisse vermieden werden kann, auch wenn diese unbeabsichtigt ist).

Die Forscher identifizierten mehr als 500 Studien. Bei der übergrößten Mehrheit handelte es sich um experimentelle Studien (90 %). In einigen Studien, und dann vor allem in In-vivo- und epidemiologischen Studien, wurden genotoxische Auswirkungen beobachtet. Aus der Ergebnissen dieser Studien ergaben sich mögliche Wirkungsmechanismen, die die beobachteten Auswirkungen erklären, wie eine erhöhte Erzeugung freier Radikale (sehr reaktiver Moleküle, die Strukturen, wie der DNA, schaden können) und oxidativer Stress (Ungleichgewicht zwischen der Erzeugung von reaktiven Sauerstoffmolekülen (ROS) und den Abwehrsystemen des Körpers gegen Antioxidantien). Die Forscher stellen fest, dass die meisten beobachteten Auswirkungen unterhalb der von der ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation) empfohlenen Grenzwerte liegen. Auf Grundlage dieser Feststellungen empfehlen sie, ein potenzielles Risiko für genotoxische Auswirkungen zu berücksichtigen.

Obwohl die Qualität der Studien aufgrund Kriterien für die experimentellen Studien bewertet wurde, haben die Forscher keine vollständige Bewertung, insbesondere für das Verzerrungsrisiko, durchgeführt. „Verzerrung“ bezieht sich auf systematische Fehler, die die Ergebnisse beeinflussen können. Zudem waren die Informationen über die verwendeten Bewertungskriterien nicht hinreichend präzise. So definierten die Forscher nicht genau den Begriff eine „gute Dosimetrie“. Weiterhin wurden dieselbe Kriterien auf sowohl experimentelle als auch epidemiologische Studien angewandt. Diese wurden demzufolge nicht korrekt bewertet, weil sie auf andere Methoden als die in experimentellen Studien verwendeten Methoden. Dadurch, dass es Unterschiede zwischen den beiden gibt, sollten die zwei Arten von Studien separat beurteilt werden müssen. Beachten Sie auch, dass die Forscher einen Mangel an Informationen über die verwendete Methode für eine große Zahl der eingeschlossenen Studien anführen, wodurch ihre Qualität nicht beurteilt werden kann.

Bei der Interpretation der Ergebnisse dieser Übersichtsarbeit ist einer gewissen Vorsicht geboten. Weitere Studien, wobei die Qualität der Studien ordnungsgemäß beurteilt wird, müssen durchgeführt werden, bevor Schlussfolgerungen über die potenziellen genotoxischen Auswirkungen von HF-EMF auf die Gesundheit zu ziehen.